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MARIE HENRIETTE
VON CHOTEK

 
   
Verzweifelt hatten wir überall nach einem Foto unserer Rosengräfin gesucht, und nun fand es sich in allerletzter Minute. Wir verdanken es Herrn Peter Kordes jun. Es ist nicht nur der Neffe unseres Ehrenpräsidenten Wilhelm Kordes, sondern auch das Patenkind von Marie Henriette Chotek. Sein Grossvater Wilhelm, der Stammvater aller Kordes Abkömmlinge, schätzte die Gräfin sehr und reiste schon vor dem ersten Weltkrieg nach Unter-Korompa, um das Rosar zu besichtigen. Als die Gräfin 1923 einen tüchtigen Rosengärtner als Assistenten suchte, schickte er seinen Sohn Peter dorthin. Der junge Gärtner von der Waterkant fand Gefallen an den vielen alten Rosenschönheiten des Rosars und eines Tages auch an einem jungen, hübschen Röschen. Es war eine fleissige Steiermärkerin, die für das leibliche Wohl aller Schlossbewohner sorgte. 1925 baten die Beiden die Gräfin um ihren Segen und zogen heim ins Holstenland, um sich ein Nest zu bauen. Zu der eigenen Gärtnerei gesellte sich 1927 der Stammhalter, Peter Kordes junior. Die jungen Eltern waren stolz und glücklich, als ihre Gräfin die Patenschaft übernahm. Das Patengeschenk hat bis heute einen Ehrenplatz im Haus von Peter Kordes. Es ist ein schlichter silberner Becher mit der Insschrift: Zur Taufe 1927 von deiner treuen Taufpatin Marie Henriette Chotek.  

DIE ROSENGRÄFIN MARIE HENRIETTE VON CHOTEK

 

Anny Jakob

 

Rosenzeitung 1910, 1914, 1921

 
 Vor einigen Jahren fand ich in der Bibliothek des Rosariums Sangerhausen ein kleines, unscheinbares Bändchen. Auf dem Titel trägt es die verschlungenen Initialen M H CH, umrankt von einer Rosengirlande. Es ist die Rosensorten und Preisliste der Rosenschule Marie Henriette Chotek in Dolna Krupa bei Trnava in der Slowakei. Ich konnte nicht ahnen, welch ein Menschenleben voller Rosen und Dornen sich dahinter verbirgt. Es vergingen Jahre eifriger Nachforschungen, und erst heute wissen wir genug über das Lebenswerk einer Frau, die die Rosen über alles liebte.  
 Die Freunde Marie Henriettes von Chotek, die sie schätzten und verehrten, sind nicht mehr. So ist es an uns, die Geschichte der Rosengräfin niederzuschreiben für die, die nach uns kommen werden.  
   
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